Köln - WERDER: 3:0

Desolat, Peinlich - Werder!

Nach einer desolaten Vorstellung steckt Werder Bremen endgültig im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Beim 1. FC Köln kassierte der langjährige Champions-League-Stammgast eine hochverdiente 0:3 (0:2)-Niederlage und hat vor den Sonntagsspielen nur noch vier Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz. Vor 45.100 Zuschauern im Kölner WM-Stadion boten die Bremer eine unterirdisch schlechte erste Halbzeit und spielten wie ein Absteiger. Ohne Spielwitz, Struktur und Kampfgeist lagen die Hanseaten völlig verdient zurück. Dabei waren die Gastgeber - unter anderem nach zahlreichen Fällen von Schweinegrippe - vor allem in der Defensive von Personalsorgen geplagt.

Podolskis Führungstreffer resultierte aus einem sehenswerten Angriff über Peszko und Fabrice Ehret. Werder-Coach Thomas Schaaf wirkte schon nach diesem Gegentor schockiert und saß minutenlang wie versteinert auf der Bank. Schon nach 38 Minuten wechselte er erstmals - Nationalspieler Marko Marin kam für Felix Kroos -, da stand es nach einem anfängerhaften Abwehrverhalten schon 0:2. Petri Pasanen rutschte weg, Kapitän Torsten Frings ließ sich mit einer einfachen Körpertäuschung von Matuschyk verladen, Tim Wiese war chancenlos.

Die Kölner merkten nun, wie angeschlagen die Bremer waren, und drängten noch vor der Pause vergeblich auf das dritte Tor. Doch auch in der zweiten Halbzeit blieb das große Aufbäumen bei den Bremern aus. Köln hatte die Partie weiter fest im Griff. Schaaf versuchte es erneut mit einem Wechsel und brachte Winter-Zugang Denni Avdic für den aufreizend lustlosen Marko Arnautovic (56.). Doch der Vorjahres-Dritte fand nicht ins Spiel, im Gegenteil, teilweise haarsträubende Abspielfehler prägten das Bild. Die erste Torchance hatte Avdic erst nach 71 Minuten, seine Direktabnahme nach einer Ecke flog jedoch meterweit über das Tor.

Werder nur noch ein Trümmerhaufen. Sportdirektor Klaus Allofs fassungslos: „Wir haben unseren Augen nicht getraut.“ Deutlicher wurde Torhüter Tim Wiese: „Kein Herz, kein Wille, keine Körpersprache. Was wir machen, ist für den Arsch. Es geht nur noch um den Abstieg. Ich will nix mehr von internationalen Plätzen hören oder so ein Scheiß. Hier verstecken sich alle.“

WERDER - Hoffenheim: 2:1

Frings-Hammer rettet Schaaf

Von CHRISTOPH SONNENBERG, ULRIKA SICKENBERGER und TIM RÖHN

Endlich wieder positiver Werder-Wahnsinn ... Bremen bebt nach dem 2:1 gegen Hoffenheim: Boris Vukcevic hatte die Führung von Claudio Pizarro (36.) erst in der 87. Minute ausgeglichen, alle sich schon auf ein Unentschieden eingestellt. Doch dann haut Torsten Frings in der Nachspielzeit einen 26-Meter-Freistoß ins Tor. Mit satten 108 km/h!

Ein dolles Dings von Frings rettet Schaaf. Denn der Werder-Trainer stand nach Grusel-Hinrunde (nur 19 Punkte) und Chaos-Vorbereitung (u.a. 1:4 gegen Duisburg) unter Druck wie nie. Ausgerechnet sein Lieblingsspieler sorgt mit dem Hammer-Tor also für Entspannung. Und für Thomas Schaafs 200. Trainer-Sieg in der Bundesliga. Frings erklärt seinen Treffer so: „Ich war angefressen und habe zu Marko Marin gesagt, dass er auflegen soll. Ich habe das Glück gehabt, das uns zuletzt oft fehlte.“ Schaaf: „Dieser Sieg war wichtig. Die Mannschaft hat den Willen gezeigt, es besser zu machen. Wir gehen in die richtige Richtung!“

WERDER - K'lautern: 1:2

Werder rutscht in den Abstiegskampf

Von CHRISTOPH SONNENBERG und PETER DÖRR

Kurz vor Weihnachten lässt sich Werder immer etwas einfallen. Im letzten Hinrunden-Heimspiel gestern wird aus der Werder-Raute auf den Trikots ein Werder-Tannenbaum. Doch der bringt kein Glück. Sondern ein 1:2 gegen Lautern...Oh Pannenbaum! Werder rutscht in den Abstiegskampf. Nach 17 Spielen steht Bremen (Saisonziel: internationales Geschäft) auf Platz 14. Vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Werder-Boss Klaus Allofs (54) gibt zu: „Wir stecken mitten im Abstiegskampf.“

Das beweist die Mannschaft: Schmidt läuft mehrfach mit dem Ball ins Seitenaus. Fritz flankt fünf Meter vor dem Tor fünf Meter hinter das Tor. Mertesacker spielt dramatische Fehlpässe. Wagner wird eingewechselt, vergibt sechs Chancen, fliegt mit Gelb-Rot runter. Peinlich! Allofs stinkt das Blitz-Gegentor nach 23,6 Sekunden – das schnellste der Hinrunde: „Man kann dem Gegner nicht die Tore schenken. Das geht nicht, wie wir eine Begegnung angehen. Am Ende fehlt auch die Qualität.“

Werder wie ein Absteiger!

Dortmund - WERDER: 2:0

Werder klarer Elfer verweigert

Der schwarz-gelbe Wahnsinn geht weiter! Dortmund siegt jetzt auch schon mit Meister-Dusel! Der Herbstmeister schlägt Werder 2:0 und hat ganz großes Glück mit Schiedsrichter Florian Meyer. Der verweigert in der 52. Minute Bremen einen Elfer. Claudio Pizarro läuft in den Strafraum. Roman Weidenfeller trifft den Bremer beim Rauslaufen klar. Der Pfiff bleibt aus! Pizarro tobt: „Der kann nicht mehr bremsen, trifft mich ganz klar. Elfmeter.“ BVB-Trainer Jürgen Klopp sagt: „Wir hätten das akzeptiert. Es kommt zum Kontakt. Wir haben aber nicht aufgrund der Schiedsrichterleistungen gewonnen.“

Dortmund siegt mit Meister-Dusel, spielt aber auch phasenweise wieder stark. Unfassbare 14 Siege aus 16 Spielen. 43 Punkte! Weiterer Bundesliga-Bestwert für den BVB. Die Bremer waren eine Hälfte lang nur Statisten bei der Dortmunder Rekord-Jagd. Dabei gingen die Norddeutschen frech ins Spiel. Aaron Hunt: „Dortmund ist noch längst nicht durch. Ich tippe auf 2:0 für uns.“ Es dauert neun Minuten, da liegen die Bremer Hoffnungen in Trümmern: Nuri Sahin zirkelt einen Freistoß zum 1:0 für den BVB über die Mauer. Sahin lässt Worten Taten folgen. Vor der Saison kündigte er an: „Ich will der beste Sechser der Liga werden. Auch wenn das mit Spielern wie Schweinsteiger und van Bommel sehr ambitioniert ist.“ Sahin steht nicht nur in der Tabelle vor ihnen, hat auch mehr Tore (vier) und Vorlagen (sechs).

Werder-Manager Klaus Allofs zur Pause ernüchtert: „Wir sind mutlos. Wir müssen mehr Mut zeigen.“ Zeigen seine Bremer. Das Tor aber schießt Dortmunds Kagawa (70.) unter Mithilfe von Teamkollege Lewandowski.

WERDER - Inter Mailand: 3:0

Werder-Hammer zum Abschied

Von MARKUS BALCZUWEIT

Na also, Werder, es geht doch! Die Bremer verabschieden sich mit einem 3:0 (!) gegen Champions-League-Sieger Inter Mailand von der europäischen Fußball-Bühne, kassieren 800 000 Euro Siegprämie! Schade nur, dass der Hammer-Sieg sportlich nichts mehr wert war: Werder scheidet als Gruppenletzter aus.

Zwei Ösis machen den ersten Werder-Sieg in der Königsklasse in den letzten zwölf Spielen klar: Vor der Pause trifft Prödl nach einem Eckball von Frings (39.). Und nach der Pause legt mit Arnautovic der zweite Österreicher nach! Eine Flanke von Almeida knallt Arnautovic direkt aus sieben Metern ins Inter-Tor (49.). Das 3:0 erzielt Pizarro in der 88. Minute mit einem Schuss aus 18 Metern. Hunt und Mertesacker trafen zuvor jeweils die Latte.

Schön war’s zum Abschied!