Geschichte des SV Werder Bremen
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Sunday, 16 September 2007 06:21
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Geschichte
Die Nachkriegszeit (Oberliga)
1963 – 1971: Höhen und Tiefen
1971 – 1980: Der Niedergang
1980 – 1987: Aufstieg zur Spitze
1987 – 1995: Titel und Erfolge
1995 – 1999: Post-Rehhagel-Ära
1999 – 2004: Neuaufbau und Double
2004 - 2007: Internationale Etablierung
Saison 2007/08
Saison 2008/09
Saison 2009/10
Saison 2010/11
Saison 2011/12
Saison 2012/13: Umbruch
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Saison 2007/08

Hinrunde

Werder verstärkte sich zum Start der Saison nach monatelangem Transferpoker durch Carlos Alberto, dem mit 7,8 Millionen Euro teuersten Einkauf der Vereinsgeschichte, sowie dem Stürmer Boubacar Sanogo, der vom Hamburger SV kam. Alberto konnte aber nie überzeugen, litt unter mysteriösen Symptomen, die als „Schlafstörungen“ diagnostiziert wurden. Zeitweise machten auch Gerüchte die Runde, Alberto leide unter epileptischen Anfällen. Alberto fiel zudem mehrmals negativ auf, weil er Mitspieler im Training sehr hart anging. Dies gipfelte in einer Schlägerei mit Sanogo, wonach beide Spieler durch Thomas Schaaf sanktioniert und am 14. Spieltag nicht nominiert wurden. Dies, obwohl Werder die ganze Saison von einem haarsträubenden Verletzungspech verfolgt wurde und zeitweise mehrere Amateure sowie einen Stürmer (Martin Harnik) als Verteidiger einsetzen musste. Dagegen konnte Sanogo von Beginn an überzeugen, er schoss regelmässig Tore und arbeitete in ähnlichem Stil wie ehemals Klose intensiv für die Mannschaft, was ihn nicht nur als Stürmer wertvoll für Werder machte.

Die gesamte Vorbereitungszeit in die Saison 2007 / 08 verlief nicht erfolgreich. Bis zu 13 Profis fehlten urlaubs- meist aber verletzungsbedingt gleichzeitig, unter ihnen etliche Stammspieler. Nach drei Testspielniederlagen folgte im Halbfinale des Ligapokals eine 1:4 Niederlage gegen Bayern. In der ersten Runde des DFB-Pokals konnte Eintracht Braunschweig nur knapp mit 1:0 bezwungen werden. Der Start in die Liga verlief mässig, das unglaubliche Verletzungspech riss aber nicht ab. So verletzten sich genesene Stammspieler in etlichen Fällen gleich wieder (wie u.a. im Fall von Frings, Borowski), zeitweise fehlten Werder bis zu 10 Stammspieler verletzungsbedingt. Nichts desto trotz fing sich Werder auf, kam immer besser in die Gänge. In der Liga folgte eine lange Phase ohne Niederlage, Werder arbeitete sich wieder an die Bayern heran und wurde mit der gleichen Punktzahl wie die Bayern Vizeherbstmeister, nur die etwas schlechtere Tordifferenz verhinderte die Herbstmeisterschaft. In der Hinrunde erzielte Werder 42 Tore und war damit wie in den vergangenen Jahren die Tormaschine der Liga. Am 8. Spieltag wurde zudem ein in der Höhe aussergewöhnlicher Sieg mit 8:1 gegen Arminia Bielefeld erreicht.

In der Champions League kam Werder aufgrund der Verletztensituation nur schwer in die Gänge, hätte sich aber aus eigener Kraft für das Achtelfinale qualifizieren können, nachdem Real Madrid in einem begeisternden Spiel mit 3:2 geschlagen wurde. Der Sieg gegen Real gelang sogar mit der „zweiten Mannschaft“, weil immer noch so viele Spieler verletzungsbedingt nicht zur Verfügung standen. Leider wurde die Chance im letzten Spiel in Griechenland gegen Piräus nicht genutzt, weshalb Werder als Gruppendritter nur der Gang in den UEFA-Cup blieb. In der Hinrunde wurde zudem der Vertrag mit Diego verlängert, was Werder einen zusätzlichen Schub gab. Diego hatte durch seine ausgezeichneten Leistungen Begehrlichkeiten ausländischer, vermögender Clubs geweckt. Als weiteres Highlight kehrte Ivan Klasnic nach seiner Nierentransplantation in die Profimannschaft zurück und gab einen ausserordentlichen Einstand. Klasnic musste zuvor zwei Nierentransplantationen über sich ergehen lassen und fiel fasst ein Jahr aus. Er ist bislang der einzige Fussballprofi, dem eine Rückkehr in den Profifussball mit einer Spenderniere gelungen ist. Im letzten Spiel der Vorrunde beim 5:2 Sieg gegen Bayer Leverkusen erzielte Klasnic zwei Tore und gehörte auch sonst zu den Besten in einer toll aufspielenden Mannschaft.

 

Rückrunde

Die Vorbereitung zur Rückrunde verlief nicht ohne Probleme, fast schon Normalität bei Werder. Nach wie vor viele Verletzte, Frings verletzte sich zum Dritten Mal in Folge am Knie, Diego fehlte die gesamte Vorbereitung und verbrachte die Zeit stattdessen in Brasilien in der Reha. Sanogo verpasste die Vorbereitung ebenso, spielte stattdessen mit der Nationalmannschaft beim Africas Cup. Der mittlerweile als "Chaos" titulierte Alberto wurde nach einer Reihe nicht endender Vorfälle für ein halbes Jahr nach Brasilien verliehen, was seinem Abschied gleichkam. Der Start zur Rückrunde erfolgte mit dem Achtelfinalspiel im DFB-Pokal auswärts gegen Dortmund, das leider mit 2:1 verloren ging. Werder war über 90 Minuten drückend überlegen, verpasste es aber seine Chancen umzusetzen. Beim Stand von 2:1 verschoss Diego zudem noch einen Elfmeter.

Dieser Trend, Spiele überlegen zu gestalten, nicht aber das Resultat letzten Endes positiv gestalten zu können, setzte sich in der Meisterschaft und auch im UEFA-Cup fort. Dort schied Werder nach einer Pannenserie im Hinspiel und einem Sturmlauf im Rückspiel gegen die Rangers aus Schottland aus. In der Meisterschaft rutschte man zeitweise bis auf Rang fünf ab, nachdem aus einer Serie von vier Spielen drei Niederlagen und ein Unentschieden resultierten. Auch zuvor schon gingen immer wieder Spiele gegen Aussenseiter verloren. Erst mit dem 2:1 Auswärtssieg gegen Hertha konnte die Negativserie gestoppt werden. Mit einem fulminantem Schlussspurt, sieben Siegen und einem Unentschieden aus den letzten acht Spielen, sicherte sich Werder den Vizemeistertitel und somit auch die sichere Teilnahme an der Champions-League - zum fünften Mal in Folge.

 

Saisonbilanz

Alles in allem ein versöhnlicher Saisonausgang, in Anbetracht der beispiellosen Verletztenserie über die Dauer der ganzen Saison. Mit Tim Borowski und Ivan Klasnic verliessen am Ende der Saison auch zwei langjährige Spieler den Verein. In der Rückschau muss allerdings auch festgehalten werden, dass ein Titel, entweder der DFB- oder UEFA-Pokal, (relativ leicht) zu holen gewesen wäre. Leider schied Werder in beiden Wettbewerben - in Anbetracht der Spielverläufe - auf fast schon unglaubliche Weise aus.



Last Updated on Monday, 16 July 2012 20:32
 

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